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Der erste Teil der Pilgerschar, der an St. Michael Geistingen gestartet war, wurde mit Glockengeläut an St. Maria Heimsuchung in Rott empfangen, der Kirche unseres Pfarrverbandes, die in diesem Jahr ihr 120. Jubiläum feiert. Nach kurzem spirituellem Impuls, der das Thema „Zeit“ in den Blick nahm, machten wir uns gemeinsam auf den Weg. Unser Ziel war der Brunnen der heiligen Adelheid in Pützchen, der seit dem 17. Jahrhundert als Wallfahrtsort bekannt ist.
Am Adelheidisbrunnen entspringt eine Quelle, die der Legende nach bereits seit dem Jahr 1003 existiert. In einer Zeit der Dürre soll Adelheid von Vilich, Äbtissin des nahegelegenen Stifts während einer Bittprozession ihren Äbtissinnenstab in den Boden gestoßen und so eine Wasserquelle hervorgebracht haben. Dieses sogenannte Quellwunder gilt in der katholischen Kirche als Zeichen göttlichen Wirkens und war ein wesentlicher Grund für die spätere Heiligsprechung Adelheids.
Schon im Mittelalter entwickelten sich rund um den Brunnen Gasthäuser und Märkte. Daraus entstand im Laufe der Zeit eines der größten Volksfeste im Rheinland: Pützchens Markt. Bis heute heißt es traditionell: „Zuerst zum Brünnchen und dann auf Pützchen.“
Am Brunnen waschen sich Gläubige seit Jahrhunderten die Augen, da dem alaunhaltigen Wasser eine heilende Wirkung zugeschrieben wird. Der Legende nach sollen sogar Blinde ihr Sehvermögen wiedererlangt haben. Wissenschaftlich belegbar ist dies nicht; fest steht jedoch, dass das schwefelhaltige Wasser nicht trinkbar ist. Der Brunnen in seiner heutigen baulichen Form stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.
Unser Pilgerweg führte uns zunächst durch den Dambroicher Wald und später am Schloss Birlinghoven vorbei. Die Villa wurde um 1900 – nahezu zeitgleich mit dem Bau der Rotter Kirche – oberhalb der alten Burg Birlinghoven für die Unternehmerfamilie Rautenstrauch errichtet. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg war das Schloss von der britischen Armee beschlagnahmt. Seit 1968 befindet es sich im Besitz der Bundesrepublik Deutschland und beherbergt seit 2001 Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft.
Die Pilgerschar war dort sehr beeindruckt von den riesigen Rhododendron Bäumen.
Über Hoholz-Gielgen ging es ein Stück am Straßenrand entlang, bevor wir das Naturschutzgebiet Wolfsbachtal erreichten. Dieses Gebiet ist Lebensraum zahlreicher gefährdeter Tierarten wie z.B. dem Feuersalamander.
Um 13.00 Uhr wurden wir von Pfarrer Rick in St. Adelheid in Pützchen zu einer Andacht erwartet.
Die Wallfahrtskirche wurde ab 1714 neu errichtet. Architekt war der renommierte Baumeister Johann Georg von Leydel, der unter anderem auch die Pfarrkirche in Königswinter sowie das Pfortenhaus des Klosters Heisterbach plante.
„St. Adelheid ist ein typisches Bauwerk des rheinisch-ländlichen Spätbarocks: eine kleine einschiffige Halle mit gedrücktem Tonnengewölbe und einer dreiseitigen Chornische. Das prägende Ausstattungsstück ist der barocke Hochaltar. Seine marmorierten Holzsäulen rahmen eine eindrucksvolle Statue der heiligen Adelheid. Fürstenkrone und Hermelinpelz verweisen auf ihre hochadelige Herkunft, der Äbtissinnenstab auf ihr verantwortungsvolles Amt.
Zweifellos eines unserer schönsten Adelheidis-Bildnisse überhaupt, erstrahlt es nun schon seit 250 Jahren“, so J. P. Bachem vom Geschichtsverein Bonn.
Die Pfingstwallfahrt 2026 verband auf eindrucksvolle Weise Glaube, Geschichte und Natur – und machte erfahrbar, wie lebendig jahrhundertealte Traditionen bis heute sind.
In unser Gebet haben wir auch all diejenigen eingeschlossen, die aufgrund ihrer Gesundheit oder körperlichen Fitness nicht mehr selbst mitwandern können.
Wir hoffen dass dieser Nachbericht ihnen ein Nachempfinden unseres Wegs ermöglicht.
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Donnerstag 09.00 - 11.00 Uhr und nach Vereinbarung
Telefonische Erreichbarkeit:
Dienstag - Freitag von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr
Außerhalb dieser Zeiten können Sie uns Ihr Anliegen jederzeit per E-Mail zukommen lassen.