In einem eindrucksvollen Vortrag stellte Lukas Harth, der in unserer Gemeinde aufgewachsen ist, die Ostertraditionen der Sorben vor – einer der vier anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland. Die Sorben leben in der Lausitz, v. a. in 42 Kommunen in Sachsen, und verstehen sich als europäisches, vielsprachiges Volk, das durch seine Sprache, Kultur und seinen christlichen Glauben zur reichen Vielfalt Europas beiträgt.
Sorbisch ist dort sogar Amtssprache. Das Niedersorbische ähnelt dem Polnischen, während das Obersorbische sprachliche Nähe zum Tschechischen aufweist. Sprache und Kultur bilden für die Sorben eine starke Identität, die bewusst gepflegt und an die junge Generation weitergegeben wird.
Lukas Harth, selbst katholisch sozialisiert, zeigte sich tief beeindruckt von der Intensität, mit der die Sorben das Osterfest begehen. Auch für sie ist Ostern das wichtigste Fest des Kirchenjahres. In vielen Gemeinden wird die Osternacht zweisprachig gefeiert; liturgische Gesänge erklingen sorbisch und deutsch, bevor eine feierliche Prozession durch die Orte zieht.
Eine der bekanntesten Traditionen sind die Osterreiter. Etwa 1.500 Männer – Söhne und Väter – reiten in festlicher Kleidung von Ort zu Ort, um singend die Botschaft der Auferstehung Jesu zu verkünden. Die Pferde sind mit edlem Zaumzeug und kunstvoller Dekoration geschmückt.
Auch deutsche Gemeinden nehmen teil und singen die Lieder in ihrer Sprache. Die Reiter sind oft über zehn Stunden unterwegs und leben so eine beeindruckende Form von Glaubenszeugnis und Gemeinschaft.
Zu Ostern schenken die Sorben ihren Paten kunstvoll verzierte Eier. Dabei kommen verschiedene Techniken zum Einsatz – von der traditionellen Wachstechnik über die Ätztechnik bis hin zu feinen Ritzmustern. Jedes Ei ist ein Unikat und schon insofern wertvoll, da es lange dauert, bis das Kunstwerk fertig ist.
Früher wurden die sorbischen Trachten selbst genäht; heute übernehmen dies spezialisierte Trachtenschneider. Getragen werden sie vor allem zu großen Festen wie Hochzeiten. Auch sie zeigen die tiefe Verbundenheit zur eigenen Kultur und zum gemeinschaftlichen Leben.
Der Vortrag zeigte auch, wie lebendig die sorbische Kultur heute ist. Junge Bands interpretieren alte Volkslieder neu, Jugendclubs pflegen die sorbische Sprache. Die neue Generation möchte ihre Traditionen erhalten und zugleich offen für Neues sein – ein starkes Zeichen für gelebten Zusammenhalt.
Begleitend zum Vortrag präsentierte die Künstlerin Marianna Weber erstmals ihre Werke in den Räumlichkeiten unserer Gemeinde. Der Ausstellungsraum war liebevoll arrangiert: farblich passende Tischdecken, sorgfältig ausgewählte Dekoration und stilvolle Vasen schufen ein stimmiges Gesamtbild, das die filigranen Kunstwerke perfekt zur Geltung brachte.
Auf Eierschalen – vom kleinen Wachtelei bis hin zum beeindruckenden Straußenei – applizierte die Künstlerin kunstvolle Motive in unterschiedlichsten Techniken. Die Besucherinnen und Besucher waren fasziniert von der Vielfalt und Präzision ihrer Arbeiten.
Marianna Weber zeigte sich begeistert vom Interesse an ihren Kunstwerken und freute sich besonders darüber, diese erstmals in unserer Gemeinde präsentieren zu dürfen.
Ein herzliches Dankeschön an Marianna Weber und Lukas Harth!
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