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Ein besonderer musikalischer Abend erwartete am Freitag, 04.09., die Besucher der Orgelfeierstunde „In Stylo Francese“ in unserer Pfarrkirche St. Simon und Judas. Zu Gast an der Rieger-Orgel war Kilian Homburg, der im Jahr 2000 in Bonn geboren wurde und derzeit als Stiftsorganist am Prämonstratenser-Chorherrenstift Wilten in Innsbruck tätig ist. Mit Werken von Johann Sebastian Bach, César Franck und Charles-Marie Widor führte Homburg durch unterschiedliche Klangwelten der Orgelmusik.
Den Auftakt bildete Johann Sebastian Bachs Contrapunctus 6 „in Stylo Francese“ aus der „Kunst der Fuge“ (BWV 1080). Schon der Titel verweist auf die besondere stilistische Aufgabe: Bach verbindet in diesem Werk die strenge Kunst des Kontrapunkts mit Elementen des französischen Stils. Die kunstvolle Mehrstimmigkeit verlangt vom Organisten höchste Konzentration: Jede Stimme muss ihren eigenen Weg gehen und zugleich mit den anderen zu einem großen Ganzen verschmelzen.
Die musikalische Reise führte weiter nach Frankreich zu César Franck. Sein „Prélude, Fugue et Variation“ op. 18 ist geprägt von einer warmen, romantischen Klangsprache. Die Musik wirkt stellenweise beinahe wie ein Gesang auf der Orgel. Gerade darin liegt eine besondere Herausforderung: Die langen musikalischen Linien müssen getragen und gestaltet werden, ohne dass die Musik ihre Leichtigkeit verliert. Auch hier zeigte sich die große Ausdrucksvielfalt des Instruments, die von Homburg technisch souverän und zugleich unglaublich ausdrucksstark präsentiert wurde.
Mit dem „Pièce d’Orgue“ (BWV 572) folgte ein weiteres Werk von Bach. Das Werk beginnt eher zurückhaltend, gewinnt zunehmend an Kraft und mündet schließlich in eine beeindruckende Klangfülle – eine Herausforderung nicht nur für die Finger. Besonders der groß angelegte Mittelteil stellt hohe Anforderungen an die Registrierung und an die Fähigkeit des Organisten, einen musikalischen Bogen über längere Strecken zu entwickeln. Die Riegerorgel bot hierfür vielfältige klangliche Möglichkeiten, die Homburg virtuos einzusetzen wusste.
Den Höhepunkt des Abends bildete schließlich die Fünfte Symphonie op. 42,1 von Charles-Marie Widor. Widor behandelt die Orgel beinahe wie ein ganzes Orchester: Leise und zarte Klangfarben stehen neben mächtigen Tutti, und aus zunächst kleinen musikalischen Motiven entwickelt sich eine immer größere Klangfülle.
Vor allem das berühmte Finale verlangt dem Organisten einiges ab. Schnelle Läufe, rhythmische Präzision und die zunehmende Kraft des Stückes erfordern höchste Konzentration und technisches Können. Für den Zuhörer ist das ein überwältigendes Klangerlebnis – für den Organisten bedeutet es harte Arbeit und höchste Aufmerksamkeit bis zum letzten Ton.
Homburg meisterte die hohen Anforderungen des Programms mit großer Souveränität. Sein Spiel ließ sowohl die architektonische Klarheit der Bach’schen Werke als auch die farbenreiche Klangsprache der französischen Romantik hervortreten. Die Riegerorgel erwies sich dabei als vielseitiges Instrument, das den stilistischen Wechseln des Programms eindrucksvoll Raum gab.
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Donnerstag 09.00 - 11.00 Uhr und nach Vereinbarung
Telefonische Erreichbarkeit:
Dienstag - Freitag von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr
Außerhalb dieser Zeiten können Sie uns Ihr Anliegen jederzeit per E-Mail zukommen lassen.