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Eine Sängerin unseres Kirchenchores an St. Simon und Judas hat für den Pfarrbrief des Seelsorgebereichs Hennef-Ost einen Beitrag über Musik als Quelle für ihren Glauben und ihr Leben geschrieben. Herausgekommen ist nicht nur ein Pfarrbriefartikel. Nein, es ist ein Stück Literatur, das wir Ihnen nicht vorenthalten möchten!
"Der Bedeutung von Musik für mein Leben kann ich mich nur schlaglichtartig nähern." , so Petra Klippel, der wir für die Genehmigung zur Veröffentlichung ihres wunderbaren Textes danken, in der Einleitung zu ihrem Beitrag "Unerschöpfliche Quelle" für den Pfarrbrief „Kreuz und quer“.
Unerschöpfliche Quelle
Ich wurde gefragt, ob ich etwas schreiben könnte
über Musik als Quelle für meinen Glauben und mein Leben.
Schnell sagte ich „Na klar, kein Problem“,
schließlich liebe ich Musik
und mache ich Musik
und lebe ich Musik
und mit Wörtern kann ich wohl jonglieren.
Zu meiner eigenen Überraschung
entpuppte sich das Thema dann doch als Problem:
ich fand keine Worte,
ich wusste nicht anzufangen.
Wie konnte das sein?
Irgendwann kam mir die Antwort:
Wie sollte ich auch Worte für Musik finde,
wo Musik doch oft gerade dann eine Quelle ist,
wenn Worte versagen,
wenn ein Gefühl nicht in Worte zu fassen ist
und wir uns jenseits aller Worte bewegen.
E.T.A. Hoffmann sagte sogar: „Wo Sprache aufhört, fängt Musik an.“
Nun hatte ich aber bereits zugesagt zu schreiben,
und so schreibe ich jetzt
stotternd, stichwortartig, bruchstückhaft.
Manchmal ist Musik
eine Quelle des Trostes und der Ermutigung.
Ich denke an die Mottete „Fürchte dich nicht, ich bin bei dir“ (BWV 228),
die wir im Chor sangen, als die politische Lage
sehr zum Fürchten war
und man sich noch nicht so recht daran „gewöhnt“ hatte
(oder noch nicht so abgestumpft war).
Stings „Englishman in New York“ bestärkte mich vor Jahren,
in fremder Umgebung zu mir selbst zu stehen.
Manchmal ist Musik ein roter Faden durchs eigene Leben,
wie das Lied der Gruppe Ruhama,
das ich meiner Tochter während der Schwangerschaft vorsang
und das seither bei allen ihren Lebensfeiern gesungen wurde.
Manche Musik zieht sich als roter Faden
durch die Geschichte unserer Glaubensgemeinschaft:
Gregorianische Choräle zu singen
ist für mich eine Quelle der Ehrfurcht:
Diese Melodien wurden schon vor weit über 1000 Jahren,
die Texte der Psalmen gar vor über 3000 Jahre singend gebetet.
Ich bin dadurch verbunden mit Generationen von Menschen,
die vor uns glaubten, beteten, sangen.
Manchmal ist mir Musik eine Quelle der Ablenkung
und dadurch Entspannung:
Auf das Klavierspiel, das ich erst vor wenigen Jahren begonnen habe,
muss ich mich derart konzentrieren,
dass jeglicher Alltags- oder Berufsstress für eine Weile komplett ausgeschaltet ist.
Musik-Machen im Chor: eine Quelle für das erhebende Gefühl,
Teil von etwas Großem zu sein.
Allein kann man nun einmal ein Oratorium nicht singen.
Das Herz geht auf bei den großen Chorälen aus Händels „Messias“,
Bachs Passionen, Mendelssohns „Elias“,
um nur einige zu nennen.
Musik-Machen mit nur ein, zwei anderen:
Quelle für ein Gefühl von Zusammenklang,
behutsames Ineinanderschwingen der Stimmen oder Instrumente.
Vertrauen auf die Partner/Partnerinnen.
Ab“sprachen“ ohne Worte.
Gänsehaut-Momente.
Die Liste ließe sich weiterführen –
ich habe zum Beispiel noch nicht ein einziges Konzert erwähnt,
das mir Tränen des Bewegtseins in die Augen brachte,
oder Musikaufnahmen,
die ins Ohr gehen und sich spürbar im ganzen Körper ausbreiten -
der Platz aber ist begrenzt und ich muss enden.
Ich ende mit Dank:
An den Schöpfer, der auf die Idee kam, die Welt mit Musik zu füllen.
An alle, die mich mit ihrer Musik inspirieren und bewegen.
An alle, die mit mir Musik machen
und dadurch Quellen für mein Leben freilegen,
belebend – berührend – weitend.
Aber auch für den Dank
fehlen letztlich die treffenden Worte.
© PK Januar 2026, „Kreuz und quer“ - Pfarrbrief Seelsorgebereich Hennef-Ost
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