Fahne mit Darstellung des Hl. Simon

Geschichte der Pfarrkirche Sankt Simon und Judas

 

1064 erste Erwähnung
In der Stiftungsurkunde der Abtei Michaelsberg in Siegburg wird erwähnt, dass Erzbischof Anno die Kirche in Hennef der Abtei überträgt.
Da auch das sogenannte Zehntrecht an die Abtei übertragen wird, hat demnach schon vorher in Hennef eine Kirche gestanden.

Woher kommt der Name Sankt Simon und Judas?
Wahrscheinlich hat die Kirche das Patronat der Apostel Simon und Judas (Thaddäus) erhalten, weil Anno zuvor Propst des gleichnamigen Stiftes in Goslar gewesen ist.

1132 Klärung der Besitzverhältnisse
Nach dem Tod Annos gab es zwischen der Abtei Siegburg und dem Cassiusstift Bonn Streit um die Besitzverhältnisse in Hennef. 1132 wurde der Streit durch Ausgleichszahlungen beigelegt.

Weitere Erwähnungen


1156 

Abt Nicolaus von Siegburg erwirbt für 75 Mark ein Allod in Hennef. Damit stiftete er sich ein Jahrgedächtnis. (Im Gegensatz zum Lehen ist ein Allod ein Vollbesitz.)


1398 

Nach der Niederlage des Herzogs Wilhelm von Berg, musste die „Capelle zo Happerschoss“ zur Entschädigung der Ritter beitragen.

Die nachfolgenden Jahrhunderte
Hennef hatte auch in den nachfolgenden Jahrhunderten unter kriegerischen Auseinandersetzungen zu leiden. Es wurde nicht von den Wirren des 30-jährigen Krieges verschont und litt einige Jahrzehnte später unter den Franzosen.

 

? - 1690 Pfarrer Wenzeslaus Lohns
Der Vorgänger von Pfarrer Biesen war beim Herannahen der Franzosen nach Köln geflohen und hatte die Kirche ihrem Schicksal überlassen. Trotz dieses unrühmlichen Verhaltens gelang es Pfarrer Lohns später, Pfarrer von Sankt Gereon in Köln zu werden.


1690-1733 Amtszeit von Pfarrer Sebastian Biesen
Im Jahre 1690 beginnt für Pfarrer Sebastian Biesen eine über dreißigjährige Amtszeit. Sie ist durch Entbehrungen und Enttäuschungen gekennzeichnet.
Er berichtet, was er in Hennef unter den Franzosen erlebt: „Im Jahre 1672, den 28. Oktober von den Franzosen, und im Jahre 1689, den 25. Juli von den Verbündeten wurde die Pfarrkirche von Hennef total ausgeplündert und das Taufbuch, in welchem die Namen der Getauften, der Geehelichten und Verstorbenen geschrieben waren, fortgetragen, und deshalb ist jegliche Kenntnis derer, welche in der vergangenen Zeit bis zum Jahre 1672 getauft worden, sowie auch fast jegliche von denen, welche unter meinen Vorgängern getauft worden sind, verloren gegangen.“

 

Die Zeit der Reformation
Hennef war eine rein katholische Ortschaft, in der die Reformation kaum Spuren hinterlassen hatte. Lediglich über einen Pastor Heinrich Eckenhagen wird berichtet, der sich den Reformierten zuwandte. Man enthob ihn daraufhin 1570 seines Amtes. Er kehrte später jedoch wieder zum katholischen Glauben zurück. Nach diesem Vorfall verwalteten die Seligenthaler Minoriten die Hennefer Pfarrei fast hundert Jahre lang.


1720 - 1787
Im Jahr 1720 werden umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt. 1744 muss der Turm neu gebaut werden. Er ist als einziger Teil dieser alten Pfarrkirche noch erhalten. 1787 wird dann auch das Kirchenschiff neu gebaut und erhält neben dem Hochaltar, der den Aposteln Simon und Judas geweiht ist, zwei der Jungfrau Maria und dem heiligen Hubertus geweihte Seitenaltäre.


1895 Erweiterung des Chores
1895 wird zunächst eine Erweiterung des Chores beschlossen.
In Folge der Industrialisierung hatte sich Hennef zu einem aufstrebender Ort entwickelt.
Die alte Kirche wird als zu klein empfunden. Der neue Pfarrer Hubert Wingerath (1896-1915) setzt sich für den Bau einer neuen Kirche ein. Sie soll auf dem Grundstück neben der alten Pfarrkirche errichtet werden. Der Kölner Architekt Theodor Ross entwirft eine Kirche im neugotischen Stil.

1898 Baubeginn der neuen Kirche Sankt Simon und Judas.

24. September 1900 feierliche Einweihung

Der Kölner Erzbischof Hubert Simar weiht die neue Kirche feierlich ein. Die Reliquien des heiligen Agilolf und des heiligen Paulinus werden in den Hochaltar übertragen.
Die alte Kirche wird 1904 bis auf den Turm abgerissen. Der Turm der neuen Pfarrkirche muss 1967 abgetragen werden; er wird bis 1973 in Ziegelsteinen wieder aufgebaut.